Interface einstellen für INPA & ISTA – OBD 2 K+DCAN Kabel richtig konfigurieren

In dieser Anleitung erfahrt ihr, wie ihr euer Interface bzw. OBD 2 oder K+DCAN Kabel richtig konfiguriert und einstellt, damit ihr es für die BMW Coding und Diagnose Tools INPA, ISTA und EDIABAS ohne Kommunikationsprobleme verwenden könnt.

Was ist ein K+DCAN Kabel / OBD 2 Interface?

Bei der Diagnose von Autos unterscheidet man zwischen verschiedenen Bussystemen. Ein Bus ist ein System zur Datenübertragung. In vielen Autos ist mittlerweile der CAN-Bus der aktuelle Standard. Der CAN-Bus ist ein serielles Bussystem, existiert seit 1986 und wurde dazu entwickelt Kabelbäume zu reduzieren und dadurch Kosten und Gewicht zu sparen. K+DCAN steht für K-Line und D-CAN. Das sind zwei Diagnoseleitungen: Ältere BMW (bis ca. 2007) werden über die K-Line ausgelesen, neuere E-Modelle ab 03/2007 über D-CAN. Das sind sozusagen zwei verschiedene Bus Systeme über welche die Diagnose ablaufen kann. Je nachdem welches Baujahr euer BMW hat, kann also nur über K-Line oder D-CAN mit dem Auto kommuniziert oder ausgelesen werden.

Die OBD (On-Board-Diagnose) ist ein Fahrzeugdiagnosesystem, und bezieht sich auf die Überwachung der Steuergeräte und ihrer Fehler innerhalb des Fahrzeugs. Seit OBD 2 können diese Fehler aus dem Speicher über eine genormte Schnittstelle ausgelesen werden, nämlich dem OBD 2 Stecker / Anschluss mit den stets gleichen 16 Pins. Diese OBD 2 Stecker mit USB Kabel für Diagnose Laptops werden auch oft Interface genannt.

Diagnosekabel BMW – Welches brauche ich?

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Warum das Kabel für INPA und ISTA unterschiedlich eingerichtet werden muss:

Damit euer Laptop mit dem Auto kommunizieren kann, reicht es leider nicht, das Kabel einzustecken und die Zündung einzuschalten. Egal ob INPA oder ISTA, beide Programme sind nur die Oberfläche. Die eigentliche Kommunikation mit den Steuergeräten übernimmt im Hintergrund EDIABAS, die Diagnose-Basissoftware von BMW. EDIABAS muss wissen, welches Interface ihr benutzt und an welchem COM-Port es hängt.

Genau hier liegt der Unterschied: INPA und ISTA verwenden zwei getrennte EDIABAS-Installationen. INPA nutzt C:\EDIABAS, ISTA bringt sein eigenes EDIABAS unter C:\EC-APPS\ISTA\Ediabas mit. Einstellungen, die ihr für INPA vornehmt, haben auf ISTA deshalb keinerlei Auswirkung, und umgekehrt. Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt wie INPA ISTA und EDIABAS zusammenhängen und miteinander kommunizieren, schaut euch gerne mal meine Erklärung zu EDIABAS an.

Dazu kommt: Im EDIABAS von ISTA fehlt der Treiber für K+DCAN-Kabel komplett, da ISTA eigentlich für ENET- und ICOM-Interfaces gedacht ist. Wer ISTA mit einem K+DCAN-Kabel nutzen will, muss deshalb einen zusätzlichen Schritt machen. Ohne diesen meldet ISTA einen irreführenden Netzwerkfehler, obwohl ihr gar kein Netzwerkkabel verwendet.

Die ersten Schritte (Treiber installieren, COM-Port und Latenzzeit einstellen) sind für beide Programme gleich. Danach geht es getrennt weiter:

Gemeinsamer Teil: Basis-Einrichtung für INPA und ISTA

Die folgenden Schritte müsst ihr der Reihe nach durchführen egal ob ihr euer Interface zusammen mit INPA oder ISTA benutzen wollt.


inpa-interface-usb-diagnose-kabel-einstecken
  1. Damit ihr euer Interface für INPA & ISTA einstellen könnt, müsst ihr zuerst euer USB Diagnosekabel in eueren Computer einstecken. Wichtig ist, dass ihr euer OBD Interface jetzt auch an dem Diagnose Laptop konfiguriert, den ihr später auch zum Auslesen und Codieren verwenden möchtet. Es sollte das Windows USB Geräusch ertönen und die Rote Lampe des Interface leuchten.

ftdi treiber herunterladen download windows 10 für inpa interface
  1. Als nächstes müsst ihr die passenden Treiber für euer Kabel auf eurem Laptop installieren. Hierbei handelt es sich um FTDI Treiber die benötigt werden, damit das Kabel ordnungsgemäß funktioniert. Um das zu tun gibt es 3 Möglichkeiten:
    – Ihr installiert die Treiber von der CD die bei eurem Kabel mitgeliefert war.
    – Ihr ladet euch die Treiber über den folgenden Link im Internet herunter. FTDI Treiber herunterladen Windows 10
    – Ihr versucht Windows die benötigten Treiber über den Gerätemanager finden und installieren zu lassen.

ftdi treiber installiert gerätemanager inpa interface
  1. Nun öffnet ihr den Gerätemanager, indem ihr in der Windows Suchleiste danach sucht. Wenn ihr die richtigen FTDI Treiber korrekt installiert habt, solltet ihr unter dem Punkt “Anschlüsse (COM & LPT)” ein Gerät mit dem Namen “USB Serial Port” finden. Dieses ist euer K+DCAN Interface. Wenn ihr einen Doppelklick auf das Gerät macht sollten die Informationen mit den rot markierten auf dem Bild übereinstimmen.

usb serial com port anschluss einstellungen gerätemanager
  1. Damit ihr euer BMW Interface einstellen könnt, wechselt ihr jetzt zum Tab “Anschlusseinstellungen”.

  1. Danach klickt ihr auf “Erweitert”

inpa interface einstellen erweiterte anschlusseinstellungen.jpg
  1. Jetzt könnt ihr euer USB Interface einstellen. Geändert werden müssen nur die beiden markierten Werte “COM-Anschlussnummer” und “Wartezeit (ms)”. Nachdem ihr das Interface in den Laptop steckt, weist Windows ihm automatisch einen freien COM Port zu. In meinem Fall wie im Bild zu sehen COM4.

  1. Wenn bei euch COM Port 1 noch frei ist, oder direkt vergeben wurde, einfach COM1 lassen bzw. auswählen und nicht weiter drüber nachdenken. Wenn bei euch der COM1 schon belegt ist, könnt ihr auch 2, 3 oder 4 wählen. Alles größer als 4 wird von EDIABAS jedoch nicht akzeptiert. Wählt also ggf. 2, 3 oder 4 aus. Wie gesagt Hauptsache nicht belegt und 1-4. Nummer merken für später!

  1. OPTIONAL: COM-Ports frei räumen oder COM1 erzwingen.
    Wenn bei dir COM 1-4 belegt sind oder du aus Sicherheitsgründen dein Kabel auf COM1 legen willst (manche Installationen funktionieren nur mit COM1) dann kannst du belegte COM-Ports ggf. wieder frei räumen um dein Interface darauf legen zu können. Die COM-Ports sind nämlich oft als „in Verwendung“ markiert, obwohl gar nichts angeschlossen ist. Windows reserviert für jedes Gerät, das jemals an einem COM-Port hing, diese Nummer dauerhaft, auch wenn das Gerät längst nicht mehr eingesteckt ist. In der Liste der COM-Anschlussnummern steht dann „(in Verwendung)“, obwohl der Port eigentlich frei ist. So findet ihr heraus, ob er wirklich belegt ist, und gebt ihn frei:
  • Im Gerätemanager oben auf Ansicht → Ausgeblendete Geräte anzeigen klicken.
  • Unter „Anschlüsse (COM & LPT)“ erscheinen jetzt zusätzliche Einträge. Ausgegraute Einträge sind alte Geräte, die gerade nicht angeschlossen sind. Deren Port ist in Wahrheit frei.
  • Rechtsklick auf den ausgegrauten Eintrag mit dem gewünschten COM-Port → Gerät deinstallieren. Danach ist die Nummer wieder frei und ihr könnt sie eurem Kabel zuweisen.
  • Ist der Eintrag nicht ausgegraut (z. B. „Kommunikationsanschluss (COM1)“), ist der Port tatsächlich von einer echten Schnittstelle belegt, oft einem seriellen Anschluss auf dem Mainboard. In dem Fall lasst ihn in Ruhe und wählt einfach einen anderen freien Port zwischen COM1 und COM4.
  • Falls keine ausgegrauten Einträge erscheinen: Eingabeaufforderung als Administrator öffnen, set devmgr_show_nonpresent_devices=1 eingeben, Enter drücken und im selben Fenster mit start devmgmt.msc den Gerätemanager starten. Dann „Ausgeblendete Geräte anzeigen“ erneut aktivieren.

inpa interface einstellen wartezeit.jpg
  1. Zuletzt müsst ihr die Wartezeit des Interfaces im Gerätemanager (Schritt 6) noch von 16 ms auf 1 ms stellen.

  1. Danach müsst ihr nur noch 2 Mal mit “OK” bestätigen und den Geräte Manager wieder schließen. Damit habt ihr die grundlegende Konfiguration des K+DCAN Kabels erledigt. Hier gehts weiter mit den INPA / ISTA spezifischen Einrichtungsschritten:
INPA Interface einrichtenISTA Interface einrichten

OBD Kabel einrichten für INPA

Die folgenden Schritte sind nur nötig wenn ihr euer K+DCAN Kabel für INPA verwenden möchtet.
Bevor du loslegst, stelle sicher dass:


  1. Die Nummer des COM Ports die ihr gerade vergeben habt, muss mit eurer EDIABAS Konfiguration übereinstimmen. Damit ist die Datei „obd.ini“ in eurer EDIABAS Installation gemeint. Diese liegt standardmäßig unter C:\EDIABAS\Bin\obd.ini. Also die Datei am besten erstmal überprüfen: Rechtsklick auf die Datei, öffnen mit Editor wählen.

  1. Dort ist in den allermeisten Fällen der COM Port 1 eingetragen. Wenn bei euch im Dropdown also der COM Port 1 noch frei war, oder direkt vergeben wurde, in der obd.ini einfach COM1 lassen und die Datei wieder schließen. Habt ihr im ersten Teil der Anleitung einen anderen COM-Port gewählt, so wie ich, müsst ihr ihn in der obd.ini auf genau denselben Port ändern, siehe nächster Schritt.

  1. Nun passt ihr der Wert in der obd.ini direkt an. Einfach die Ziffer hinter dem „Com“ auf den Wert eures gewählten & freien COM Ports ändern, mit Strg + S speichern und schließen. Ich nehme Com4, weil ihn das Kabel automatisch zugewiesen bekommen hat, er frei ist und zwischen 1 und 4 liegt.

  1. Zuletzt solltet ihr einmal testen ob INPA das Kabel erkennt und die Verbindung zu eurem Auto herstellen kann. Steck das Kabel an denselben USB Anschluss wie bei der COM-Port Einrichtung, und den OBD Stecker in die Buchse am Auto. Zündung einschalten und INPA starten. Wenn die beiden Punkte im Programm schwarz ausgefüllt sind, ist euer INPA Interface richtig eingestellt und ihr könnt euer OBD K+DCAN USB Kabel zum auslesen mit INPA verwenden.

K+DCAN Interface einrichten für ISTA

Die folgenden Schritte sind nur nötig, wenn ihr ein K+DCAN Kabel für ISTA verwenden möchtet, also wenn euer BMW aus der E-Reihe ist und noch kein Ethernet Interface benötigt. Bevor ihr loslegt, stellt sicher, dass ihr die Basis-Einrichtung oben erledigt und ISTA heruntergeladen und vollständig installiert habt.

Warum das bei neueren ISTAs (z.B. Version 4.52, 4.60) etwas komplizierter ist: Wie weiter oben schon erklärt, bringt ISTA sein eigenes EDIABAS mit. Bei neueren ISTA Versionen hat BMW genau in diesem EDIABAS den Treiber für K+DCAN Kabel einfach weggelassen, weil ISTA ab einer bestimmten Version eigentlich nur für die neueren Ethernet- und ICOM-Interfaces gedacht ist. Dazu kommt, dass neue ISTA Versionen als 64-Bit-Programme laufen, den alten Kabel-Treiber gibt es aber nur als 32-Bit-Version. Selbst wenn ihr den Treiber von INPA rüberkopiert, bringt das also nichts. Die Lösung heißt EdiabasLib. Das ist ein kostenloses Projekt, das zwei Dateien in ISTAs EDIABAS durch eigene Versionen ersetzt. Diese sprechen euer Kabel direkt an und brauchen den fehlenden Treiber gar nicht mehr. Klingt erstmal kompliziert, ist aber eigentlich nur Dateien kopieren und eine Zahl eintragen.

Bevor du loslegst, stelle sicher dass:


  1. Rausfinden ob eure ISTA Installation 32 oder 64 Bit ist
    Je nachdem welche ISTA Version ihr gerade laufen habt, kann es sein dass euer K+DCAN Interface anders eingerichtet werden muss. Um rauszufinden ob ihr ein 32 oder 64 Bit ISTA habt, öffnet zuerst ISTA und danach den Task Manager mit Strg + Alt + Entf. Sucht bei „Prozesse“ nach ISTA oder ISTAGUI. Wenn nichts hinter dem Namen steht habt ihr 64 Bit ISTA. Wenn (32 Bit) dahinter steht dann logischerweise 32 Bit. Um auf Nummer sicher zu gehen, geht es auch ohne ISTA zu starten: Öffnet die Datei EDIABAS.INI in C:\EC-APPS\ISTA\Ediabas\BIN mit dem Editor und sucht mit Strg + F nach LoadWin64. Steht dort LoadWin64 = 1 (ohne Semikolon davor), habt ihr ein 64 Bit ISTA. Findet ihr den Eintrag gar nicht, ist es die 32 Bit Version.
  • Wie in der Download Anleitung schon erklärt: Wenn ihr nur E-Reihen BMWs auslesen wollt, solltet ihr die 32 Bit Version installiert haben. Diese ist dann deutlich besser geeignet weil ihr fast nichts machen müsst um das K+DCAN Kabel mit ISTA zum laufen zu bringen. Dazu befolgt ihr die Schritte unter dem Tab „ISTA 32 Bit“
  • Wenn ihr E-Reihen UND auch neuere F- und G-Reihen mit demselben ISTA bzw. am selben Laptop auslesen wollt, und deswegen die 64 Bit Version fürs ENET Kabel braucht, dann ist die Einrichtung des K+DCAN Kabels etwas schwieriger. Ihr könnt mit einem neuen 64 Bit ISTA (z.B. Version  4.60) aber auch problemlos ältere BMWs aus der E-Reihe auslesen – mit einem K+DCAN Kabel. Genau dafür befolgt ihr die Schritte im Tab „ISTA 64 Bit“.

  1. ISTA komplett schließen.
    Das klingt banal, ist aber wichtig: Solange ISTA läuft, benutzt es genau die Dateien, die wir gleich bearbeiten wollen, und Windows lässt euch diese dann nicht überschreiben. Das Problem ist, dass ISTA auch nach dem Schließen oft noch im Hintergrund weiterläuft. Öffnet deshalb den Task-Manager (Strg + Shift + Esc), wechselt auf den Tab „Details“ und schaut, ob dort noch ISTAGUI.exe, IstaServicesHost.exe oder IstaOperation.exe auftauchen. Falls ja: Rechtsklick → „Task beenden“. Am einfachsten ist es sonst, den Laptop einmal neu zu starten und ISTA danach gar nicht erst zu öffnen.

  1. ISTA-EDIABAS Ordner öffnen.
    Hier liegen die Einstellungsdateien von ISTAs EDIABAS. Dieser befindet sich in der ISTA Installation, meist auf eurer C:\ Festplatte. Genauer gesagt eben in der mitgelieferten EDIABAS Version von ISTA. Öffnet also den Windows Explorer und klickt in der Leiste links auf „Dieser PC“. Danach öffnet ihr C:\ > EC-APPS > ISTA > Ediabas > BIN.

  1. Dateinamenerweiterungen aktivieren.
    Damit ihr wie bei mir in den Bildern die Datei-Typ Erweiterungen im Windows Explorer angezeigt bekommt, muss im Tab Ansicht nur ein kleiner Haken gesetzt werden. So seht ihr direkt um was für eine Datei es sich wirklich handelt. Das wird später nochmal wichtig.

  1. Die EDIABAS.INI öffnen.
    Im gleichen Ordner liegt die Datei EDIABAS.INI, das ist quasi die Grundeinstellung von ISTAs EDIABAS. Hier müssen i.d.R. 2 Werte angepasst werden, damit ISTA das K+DCAN Kabel erkennt.
    Zum Öffnen: Rechtsklick > Öffnen mit > Editor

  1. Die EDIABAS.INI ändern.
    Wenn ihr die 32 Bit Version von ISTA heruntergeladen habt, sollten die 2 Werte direkt am Anfang der Datei stehen. Bei anderen Versionen kann sie aber ziemlich lang sein, dann sucht ihr mit Strg + F nach den beiden untenstehenden Einträgen, die wir ändern müssen.
    Achtung: Zeilen, die mit einem Semikolon ; beginnen, sind nur Kommentare und werden ignoriert. Es zählt immer nur die Zeile ohne Semikolon davor.
  • Sucht nach Interface. Dort muss Interface = STD:OBD stehen. Steht dort etwas anderes, z. B. REMOTE, ändert ihr es auf STD:OBD.
  • Sucht nach EcuPath. Dieser Eintrag sagt EDIABAS, wo die Dateien für eure Steuergeräte liegen.
  • Bei den meisten Standalone ISTA-Versionen (bzw. wenn ihr NUR ISTA und kein INPA etc. habt) ist hier der Pfad zu einem Ordner eingetragen, den es gar nicht gibt d.h. ISTA findet später keine Steuergeräte. Richtig ist: EcuPath = C:\EC-APPS\ISTA\Ecu
  • Kopiert den Pfad zur Sicherheit einmal in die Adresszeile des Explorers: Wenn sich ein Ordner voller Dateien öffnet, passt alles.
  • Nach den 2 Änderungen, mit Strg + S speichern und schließen.

Im Bild sieht man wie die Einträge z.B. falsch konfiguriert sein können, und wie sie nach der Korrektur aussehen müssen.


  1. Textdokument im BIN Ordner erstellen (obd.ini anlegen).
    Bei INPA ist die obd.ini schon vorhanden, bei ISTA müsst ihr sie selbst anlegen. Macht dafür im selben BIN Ordner (wo wir gerade schon die EDIABAS.INI bearbeitet haben) einen Rechtsklick auf eine freie Stelle und wählt „Neu“ → „Textdokument“. Die neue Datei benennt ihr direkt in obd.ini um. Achtet darauf, dass die Endung „.txt“ dabei komplett verschwindet. Windows warnt euch jetzt, dass die Datei durch das Ändern der Dateinamenerweiterung unbrauchbar werden könnte. Das bestätigt ihr einfach mit „Ja“. Falls Windows noch nach Administratorrechten fragt, klickt ihr auf „Fortsetzen“.>

  1. obd.ini befüllen & speichern.

    Öffnet die neue obd.ini mit Rechtsklick → „Öffnen mit“ → „Editor“ und fügt folgenden Inhalt ein:

    [OBD]
    Port=Com1
    Hardware=USB

    Jetzt kommt wieder die COM Port Nummer ins Spiel, die ihr euch in der Basis-Einrichtung merken solltet. Habt ihr dort COM1 gewählt, passt alles schon. Habt ihr z.B. COM4 gewählt, ändert ihr „Com1“ einfach auf „Com4“. Wichtig ist nur, dass die Nummer hier mit der im Gerätemanager übereinstimmt. Danach mit Strg + S speichern und schließen.


  1. In ISTA die EDIABAS-Konfiguration auswählen.
    Jetzt könnt ihr ISTA wieder starten. Die Option welches Interface ISTA nutzen soll kann man i.d.R. schon beim Installationsvorgang wählen. Diese Option ist dann im Programm vor eingestellt. Sollte dort aber z.B. ENET eingestellt sein, versucht ISTA nämlich, sich mit einem Ethernet- oder ICOM-Interface zu verbinden, und genau das führt zu der bekannten Fehlermeldung mit dem Netzwerk. Wir sagen ISTA deshalb, dass es stattdessen die EDIABAS-Einstellungen (aus der EDIABAS.INI) verwenden soll, die wir gerade auf das K-DCAN Interface angepasst haben. Dafür klickt ihr in ISTA oben auf den Schraubenschlüssel, dann auf den Tab „Fahrzeugschnittstelle“ und wählt dort unter Interface Typ „Ediabas Standardeinstellungen (ediabas.ini)“ aus. Dann unten rechts noch mit „OK“ bestätigen.

  1. Testen.
    Steckt das Kabel in euren Laptop und in den OBD-Anschluss eures BMW und schaltet die Zündung ein (Motor aus). Bei BMWs mit Zündschloss dreht ihr den Schlüssel dafür einfach auf Stellung 2. Habt ihr einen Start-Stopp-Knopf, drückt ihr ihn, ohne dabei die Kupplung oder Bremse zu treten. Dann geht nur die Zündung an, der Motor bleibt aus. Dann startet ihr in ISTA eine neue Fahrzeugidentifikation. Oben links auf „Vorgänge“ klicken, dann „Fahrzeugdaten auslesen“ und unten rechts „Vollständige Identifikation“ klicken. Wenn alles geklappt hat, liest ISTA jetzt eure Fahrgestellnummer aus, erkennt euer Fahrzeug & scannt den kompletten Fehlerspeicher.

  1. ISTA komplett schließen.
    Das klingt banal, ist aber wichtig: Solange ISTA läuft, benutzt es genau die Dateien, die wir gleich austauschen wollen, und Windows lässt euch diese dann nicht überschreiben. Das Problem ist, dass ISTA auch nach dem Schließen oft noch im Hintergrund weiterläuft. Öffnet deshalb den Task-Manager (Strg + Shift + Esc), wechselt auf den Tab „Details“ und schaut, ob dort noch ISTAGUI.exe, IstaServicesHost.exe oder IstaOperation.exe auftauchen. Falls ja: Rechtsklick → „Task beenden“. Am einfachsten ist es sonst, den Laptop einmal neu zu starten und ISTA danach gar nicht erst zu öffnen.

  1. EdiabasLib herunterladen.
    Geht auf github.com/uholeschak/ediabaslib/releases und ladet bei der obersten (also aktuellsten) Version die Datei herunter, die mit „Binaries“ beginnt und auf „.zip“ endet. Einfach auf den Namen drauf klicken. Keine Sorge, GitHub ist eine ganz normale Plattform, auf der Entwickler ihre Programme veröffentlichen.

    EdiabasLib braucht ein aktuelles .NET Framework von Microsoft, um zu laufen. Da ISTA selbst aber schon .NET Framework 4.8 voraussetzt, ist das bei euch normalerweise bereits installiert. Falls nicht, holt ihr es euch einfach über Windows Update.


  1. EdiabasLib entpacken.
    Die ZIP-Datei entpackt ihr dann per Rechtsklick „Alle extrahieren“. Darin findet ihr einen Ordner EdiabasLibConfigTool und darin wiederum einen Ordner Api32. Nur der ist für uns wichtig. Darin liegen die drei Dateien, die wir brauchen:
  • Api32.dll
  • Api64.dll
  • EdiabasLib.config

Lasst euch nicht vom Ordnernamen „Api32“ verwirren, die 64-Bit-Datei liegt da trotzdem mit drin.

Im Ordner EdiabasLibConfigTool liegt übrigens auch ein gleichnamiges Programm. Damit lassen sich Port und Adapter auch über eine Oberfläche einstellen und testen. Ich zeige euch hier aber bewusst den Weg von Hand, denn so seht ihr genau, welche Datei was macht, und wisst bei Problemen später sofort, wo ihr nachschauen müsst.


  1. ISTA-EDIABAS Ordner öffnen.
    Jetzt öffnen wir den Ordner wo wir die 3 Dateien aus EdiabasLib gleich rein kopieren müssen. Dieser befindet sich in der ISTA Installation, meist auf eurer C:\ Festplatte. Genauer gesagt eben in der mitgelieferten EDIABAS Version von ISTA. Öffnet also den Windows Explorer und klickt in der Leiste links auf „Dieser PC“. Danach öffnet ihr C:\ > EC-APPS > ISTA > Ediabas > BIN.

  1. Die runtergeladenen Dateien einfügen.
    Jetzt kopiert ihr die drei Dateien aus dem Api32-Ordner von Schritt 2 in C:\EC-APPS\ISTA\Ediabas\BIN. Windows fragt euch dann, ob ihr die vorhandenen Dateien ersetzen wollt, das bestätigt ihr mit „Dateien ersetzen“. Eventuell will Windows auch noch Administratorrechte, dann einfach auf „Fortsetzen“ klicken. Die Dateien müssen danach genau api32.dll und api64.dll heißen, groß oder klein geschrieben ist dabei egal. Tipp: Damit ihr beim Umbenennen nicht versehentlich eine „api64.dll.dll“ erzeugt, aktiviert im Explorer oben unter „Ansicht“ das Häkchen bei „Dateinamenerweiterungen“. Dann seht ihr die Endung und wisst genau, was ihr tut.

  1. Den COM-Port in die EdiabasLib.config eintragen.
    Bei INPA stand der COM-Port in der obd.ini, bei ISTA steht er jetzt in der Datei EdiabasLib.config, die ihr gerade in den BIN-Ordner kopiert habt. Öffnet sie mit Rechtsklick „Öffnen mit“ „Editor“. Damit ihr nichts falsch machen könnt, löscht ihr einfach den kompletten Inhalt (Strg + A, dann Entf) und fügt stattdessen folgendes ein:
   <?xml version="1.0" encoding="utf-8" ?>
   <configuration>
       <appSettings>
           <add key="Interface" value="STD:OBD"/>
           <add key="ObdComPort" value="COM1"/>
           <add key="ApiTrace" value="0"/>
           <add key="IfhTrace" value="0"/>
       </appSettings>
   </configuration>

Jetzt kommt die Nummer ins Spiel, die ihr euch in der Basis-Einrichtung merken solltet: Habt ihr dort COM1 gewählt, passt alles schon. Habt ihr z.B. COM4 gewählt, ändert ihr „COM1“ einfach auf „COM4“. Wichtig ist nur, dass die Nummer hier mit der im Gerätemanager übereinstimmt. Alles andere lasst ihr genau so stehen. Danach mit Strg + S speichern und schließen.


  1. Die EDIABAS.INI kontrollieren.
    Im gleichen Ordner liegt die Datei EDIABAS.INI, das ist quasi die Grundeinstellung von ISTAs EDIABAS. Öffnet sie ebenfalls mit dem Editor. Die Datei ist ziemlich lang, deshalb sucht ihr mit Strg + F nach den beiden Einträgen, die wir prüfen wollen. Achtung: Zeilen, die mit einem Semikolon ; beginnen, sind nur Kommentare und werden ignoriert. Es zählt immer nur die Zeile ohne Semikolon davor.
  • Sucht nach Interface. Dort muss Interface = STD:OBD stehen. Steht dort etwas anderes, z. B. ENET, ändert ihr es auf STD:OBD.
  • Sucht nach EcuPath. Dieser Eintrag sagt EDIABAS, wo die Dateien für eure Steuergeräte liegen.
  • Bei manchen ISTA-Versionen steht hier ein Ordner, den es gar nicht gibt, dann findet ISTA später keine Steuergeräte. Richtig ist:
    • EcuPath = C:\EC-APPS\ISTA\Ecu
  • Kopiert den Pfad zur Sicherheit einmal in die Adresszeile des Explorers: Wenn sich ein Ordner voller Dateien öffnet, passt alles.
  • Falls ihr etwas geändert habt, mit Strg + S speichern und schließen.

Im Bild sieht man wie die Einträge z.B. falsch konfiguriert sein können.


  1. In ISTA die EDIABAS-Konfiguration auswählen.
    Jetzt könnt ihr ISTA wieder starten. Standardmäßig versucht ISTA nämlich, sich mit einem Ethernet- oder ICOM-Interface zu verbinden, und genau das führt zu der bekannten Fehlermeldung mit dem Netzwerk. Wir sagen ISTA deshalb, dass es stattdessen die EDIABAS-Einstellungen verwenden soll, die wir gerade angepasst haben. Dafür klickt ihr in ISTA oben auf den Schraubenschlüssel, dann auf den Tab „Fahrzeugschnittstelle“ und wählt dort unter Interface Typ „Ediabas Standardeinstellungen (ediabas.ini)“ aus. Dann unten rechts noch mit „OK“ bestätigen.

  1. Testen.
    Steckt das Kabel in euren Laptop und in den OBD-Anschluss eures BMW und schaltet die Zündung ein (Motor aus). Bei BMWs mit Zündschloss dreht ihr den Schlüssel dafür einfach auf Stellung 2. Habt ihr einen Start-Stopp-Knopf, drückt ihr ihn, ohne dabei die Kupplung oder Bremse zu treten. Dann geht nur die Zündung an, der Motor bleibt aus. Dann startet ihr in ISTA eine neue Fahrzeugidentifikation. Oben links auf „Vorgänge“ klicken, dann „Fahrzeugdaten auslesen“ und unten rechts „Vollständige Identifikation“ klicken. Wenn alles geklappt hat, liest ISTA jetzt eure Fahrgestellnummer aus, erkennt euer Fahrzeug & scannt den kompletten Fehlerspeicher.

ISTA meldet trotzdem einen Netzwerkfehler – was tun?

Ihr habt alles eingerichtet, aber ISTA bringt beim Auslesen immer noch diese Meldung?

„A connection to the vehicle interface could not be established due to a network error. Ensure that the computer and the interface are in the same network.“

Keine Sorge, mit eurem Netzwerk hat das nichts zu tun. Die Meldung bedeutet nur, dass ISTA euer Interface nicht ansprechen konnte. Geht die folgenden Punkte der Reihe nach durch, einer davon ist es fast immer:

1. Habt ihr im richtigen Ordner gearbeitet? Der Klassiker schlechthin: Alle Änderungen für ISTA müssen in C:\EC-APPS\ISTA\Ediabas\BIN gemacht werden, nicht in C:\EDIABAS\Bin. Den Ordner nutzt nur INPA, ISTA schaut da nie rein.

2. Steht ISTA wirklich auf EDIABAS? In ISTA oben auf den Schraubenschlüssel, Tab „Fahrzeugschnittstelle“. Dort muss „Ediabas Standardeinstellungen (ediabas.ini)“ ausgewählt sein. Steht da etwas anderes, versucht ISTA weiter, ein Netzwerk-Interface zu finden.

3. Ist „Ethernet bevorzugen“ ausgeschaltet?

  • ISTA 32 Bit: Öffnet die Datei ISTAGUI.exe.config in eurem ISTA Ordner unter TesterGUI\bin\Release mit dem Editor und sucht mit Strg + F nach PreferEthernet. Dahinter muss false stehen. Steht dort true, ändert es auf false, speichert und startet ISTA neu.
  • ISTA 64 Bit: Findet ihr den Eintrag dort nicht, steht er bei eurer Version in der Registry unter HKEY_CURRENT_USER\SOFTWARE\BMWGroup\ISPI\Rheingold.

4. Stimmen eure Einstellungsdateien?

  • ISTA 32 Bit: In der EDIABAS.INI muss Interface = STD:OBD stehen. Außerdem muss die obd.ini im selben Ordner liegen und wirklich obd.ini heißen, nicht obd.ini.txt. Der COM-Port darin muss mit dem im Gerätemanager übereinstimmen.
  • ISTA 64 Bit: In der EdiabasLib.config muss Interface auf STD:OBD stehen und ObdComPort auf eurem COM-Port. Dieser Eintrag ist hier der wichtigste, denn er überschreibt die EDIABAS.INI und verhindert, dass ISTA auf ENET zurückfällt.

5. Nutzt ISTA wirklich den richtigen EDIABAS-Ordner? Wenn alles oben passt und es trotzdem nicht klappt, verrät euch das ISTA Log, welchen Ordner ISTA tatsächlich benutzt. Wo ihr die Logs findet und wie ihr sie öffnet, erkläre ich in meiner ISTA Anleitung. Sucht im Log mit Strg + F nach Resulting bin path. Direkt dahinter muss als Erstes C:\EC-APPS\ISTA\Ediabas\BIN stehen. Steht dort etwas anderes, benutzt ISTA einen anderen EDIABAS-Ordner als den, in dem ihr eure Änderungen gemacht habt.

6. Für Fortgeschrittene: Trace einschalten (ISTA 64 Bit mit EdiabasLib) Wenn gar nichts mehr hilft, könnt ihr EdiabasLib jeden einzelnen Schritt der Kommunikation mitschreiben lassen. Öffnet dafür die EdiabasLib.config in C:\EC-APPS\ISTA\Ediabas\BIN mit dem Editor und ändert diese zwei Zeilen von 0 auf 1:

<add key="ApiTrace" value="1"/>
<add key="IfhTrace" value="1"/>

Speichern, ISTA starten und nochmal versuchen, das Auto auszulesen. Die Trace-Dateien landen in dem Ordner, der in der EDIABAS.INI unter TracePath eingetragen ist (einfach mit Strg + F danach suchen), oft ist das C:\Temp. Interessant sind die Dateien api.log und ifh.log. Darin findet ihr Fehlercodes, die mit IFH- anfangen, und die verraten ziemlich genau, wo es hakt. Zwei Beispiele:

  • IFH-0018: Der COM-Port lässt sich gar nicht öffnen. Die Portnummer stimmt nicht oder der Port ist belegt.
  • IFH-0003: Der Port geht auf, aber vom Auto kommt keine Antwort. Kabel nicht richtig eingesteckt oder Zündung aus.

Was die anderen Fehlercodes bedeuten, erkläre ich in meinem Beitrag EDIABAS verstehen.

Wichtig: Nach der Fehlersuche beide Werte wieder auf 0 setzen! Die Trace-Dateien werden sonst mit der Zeit riesig.

OBD Kabel wird von INPA nicht erkannt – was tun?

Wenn ihr euer INPA Interface in euren Laptop einsteckt und danach nichts passiert, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass euer INPA Interface nicht erkannt wird. Das kann unterschiedliche Gründe haben. Am wahrscheinlichsten ist es jedoch, dass ihr die benötigten FTDI Treiber noch gar nicht installiert habt, oder bei der Installation die falschen erwischt habt. Wenn ihr die in der obigen Anleitung verlinkten Treiber herunterladet und installiert, könnt ihr dieses Problem bereits ausschließen, da es sich dabei zu 100% um die richtigen Treiber von der offiziellen Seite des Anbieters handelt.